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29.1.10 // Wintertransfers BOL // Geschrieben von Marco Galuska


"Eine Frage der Mentalität"
Jede Menge Spannung lag vor dem Saisonstart der BOL aus Sicht der Lokalrivalen. Aus der Landesliga kamen der SC Feucht und der ASV Vach in die höchste Spielklasse Mittelfrankens. Der FSV Stadeln etablierte sich bereits in seiner ersten BOL-Saison und fieberte vor allem dem Derby gegen Vach entgegen. Dagegen ging die SG 83 Nürnberg-Fürth nach der Ära Michael Bischoff mit neuem Coach an den Start. Die Vorrunde und der Start in die Rückrunde haben inzwischen so manche Veränderung und einige Aufschlüsse gebracht.

Zwölf von 16 BOL-Teams zählten den SC Feucht vor der Saison zu den Favoriten. Auf Rang drei liegend wurde der Sportclub diesen Anspruch zur Winterpause durchaus gerecht, auch wenn die Zielsetzung vor der Saison aufgrund des immensen Umbruchs in Feucht eigentlich viel bescheidener war. "Es ging in erster Linie nach den turbulenten Jahren um Konsolidierung und darum, eine Mannschaft neu aufzubauen", kann Coach Robert Ziegler die hohen Erwartungen der Konkurrenz nicht ganz teilen. "Unser Konzept ist langfristig ausgelegt. Mit dem bisher Erreichten liegen wir gut im Rennen, auch wenn die Mentalität der Spieler in manchen Momenten etwas zu wünschen übrig lässt". Was zunächst etwas negativ klingen mag, erklärt der ehrgeizige Übungsleiter wie folgt: "Der Unterschied zu einem absoluten Spitzenteams - wie es nun mal Forchheim ist - und meiner Mannschaft ist der absolute Wille, die Geilheit in kritischen Situationen das Entscheidende oder einfach auch einmal die unangenehmen Dinge zu tun."

SC Feuchts Torjäger Endlein"Die unangenehmen Dinge tun": Stürmer Andreas Endlein trug bislang beim SC Feucht einen Großteil der Offensivlast auf seinen Schultern. Ob er in Zukunft etwas Entlastung erfährt?
Foto: fussballn.de

Ganz nach dem Motto "Zufriedenheit bedeutet Rückschritt" möchte Ziegler mit seinem Team daran arbeiten, die Defizite abzubauen und sich nicht auf dem guten dritten Rang ausruhen: "Als Sportler steckt man sich immer hohe Ziele. Deshalb wollen wir nach der Winterpause vorne angreifen." Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass zumindest der Relegationsplatz des Baiersdorfer SV noch in Sichtweite ist. Hinten stehen die Feuchter bombensicher - nur elf Gegentore in 18 Partien bedeuten den Spitzenwert der Liga. Damit im Sturm nicht alles auf den Schultern von Goalgetter Andreas Endlein lastet (gerade bei den beiden Sperren, die der Sturmtank absitzen musste, haperte es in der Offensive), hat man am Waldstadion Offensivkräfte dazugeholt. Neben Yavuz Akpinar (24) und Ilker Gündogan (19, Bruder des FCN-Profis Ilkay Gündogan) ist auch ein alter Bekannter nach Feucht zurückgekehrt: Auch wenn die Verpflichtung von Stefan Hampl (35, zuletzt beim SV Wacker in der Kreisklasse aktiv) auf den ersten Blick etwas überraschend schien, macht sie doch durchaus Sinn und ist vor allem ohne Risiken verbunden. "Stefan ist ein richtig guter Kicker, der weiß wo das Tor steht. Nachdem er signalisiert hat, gerne wieder in Feucht zu spielen und uns nichts kostet, wäre es fahrlässig, so einen Spieler nicht zu holen. Wenn er die körperlichen Defizite abbauen kann, wird er ein echter Gewinn für uns werden - menschlich ist er es ohnehin!", freut sich Ziegler auf den Ex-Profi, der vor Jahren u.a. für den SC Freiburg und Wacker Burghausen kickte.

Stefan Hampl zurück in FeuchtStefan Hampl ist zurück im Feuchter Trikot. Wird der Routinier dem Sportclub auch in der BOL weiterhelfen können?
Foto: fussballn.de

Ohne personelle Umbrüche geht der FSV Stadeln in die verbleibende Saison. Mit Matthias Oriwoll (22) konnten die Stadelner einen weiteren talentierten Keeper (Bruder des Stammtorhüters Christian Oriwoll) vom Ligakonkurrenten TSG 08 Roth gewinnen. Recht gelassen sieht man die Situation in Stadeln. Dass nicht alles so glatt laufen würde wie im ersten BOL-Jahr, war den Fürthern vor der Saison klar. Doch die guten Auftritte vor der Winterpause - insbesondere das starke 3:0 gegen den Baiersdorfer SV - zeigte doch, dass der FSV wieder zu den Spitzenteams der Liga zu zählen ist, auch wenn die notwendige Konstanz der Reiser-Elf noch etwas abgeht. "Wir wollen schon noch vorne mitmischen", sieht Spielleiter Bernd Mielack Chancen für seine Stadelner, aus der gesicherten Position (Platz sechs) ohne größeren Druck noch etwas nach oben zu klettern - was dabei am Ende herauskommt wird sich zeigen. Ein kleines Ziel könnte die Platzierung der letzten Saison sein - und tatsächlich ist Rang vier greifbar nahe. Außerdem steht ja noch das Rückspiel beim ASV Vach an, nachdem es in Stadeln keinen Sieger gab (0:0), wird die Elf um Kapitän Azadan sicher auf den lang ersehnten Derby-Sieg brennen.

Das Derby gehört in Vach aktuell nicht zu den obersten Punkten auf der Agenda 2010. Gerade einmal zwei Punkte haben die Mannhofer vor der Abstiegszone. Wenig Luft also zum Verschnaufen. Und gleich das erste (Nachhol-)Spiel gegen die SpVgg Jahn Forchheim hat es in sich. Rein sportlich verlief die Winterpause für die Vacher nicht so schlecht. Im Futsal konnte der Kreistitel geholt werden. Dies waren aber nur Nebengeräusche. Mit weitaus größeren Interesse verfolgten die Fußballfans in Mittelfranken die Nachricht des Wechsels von Coach Uwe Neunsinger auf den Trainerstuhl des Bayernligisten TSG Thannhausen. Nachdem um die Nachfolgeregelung lange spekuliert wurde, kristallisierte sich die "interne Lösung" mit dem spielenden Trainer-Duo Michael Lauth (30) und Alexander Brater (31) heraus. Uwe Neunsinger wird als sportlicher Berater dem ASV Vach verbunden bleiben und das neue Trainer-Duo soweit unterstützen, wie es in Vach gewünscht und vor allem der Terminplan in Thannhausen zulässt.

Um der schwächelnden Offensive (17 Tore in 18 Spielen) unter die Arme zu greifen, konnten sich die Vacher die Dienste von André Distler (26, vom SC 04 Schwabach) sichern. Mit elf Treffern bewies der Angreifer bereits seine Torgefährlichkeit in der BOL - bei seinem ersten Auftritt im Vacher Trikot beim Futsal musste der Neuzugang allerdings gleich verletzt ausscheiden. Dennoch ist man beim ASV optimistisch, sollte das Verletzungspech nicht wieder so unbarmherzig zuschlagen. Mit Florian Brütting (26) scheint ein weiterer Offensivmann nach seinem Kreuzbandriss wieder in Tritt zu kommen. Dagegen kehrt Erman Elibol nach nur einem halben Jahr wieder zurück zum FC Stein, während Cemil Aydogmus, der nach internen Differenzen zuletzt nur noch für die Zweite Mannschaft in der Kreisklasse auflief, sich dem TSV Spalt anschloss und dort unter Emin Karademir dem Schlusslicht der Kreisliga Jura aus dem Tabellenkeller verhelfen soll.

Bei der SG 83 Nürnberg-Fürth war die Übergabe vom langjährigen Coach Michael Bischoff auf Hans Hendel nicht von Erfolg gekrönt. Der ehemalige A-Junioren Coach des Fusionsklubs hatte nach dem Abgang einiger Leistungsträger keinen leichten Stand. Mit Stefan Johannsen scheint die SG 83, eine gelungene interne Lösung gefunden zu haben. Auch wenn das Abstiegsgespenst noch um die Regelsbacher Straße schwebt, ist wieder Land in Sicht. Hoffnung setzen die Verantwortlichen der SG in Rückkehrer Enes Meral (23), der seine Torgefährlichkeit im Vorjahr bewies, bei seinem Wechsel zum SC Feucht bzw. TSV Neustadt/Aisch aber nicht wirklich glücklich wurde. Mit Andreas Depperschmidt (22), der vom ASV Forth kommt und davor für den TSV Südwest spielte, kommt ein zuverlässiger Abwehspieler zur SG 83.

Wie es den Nürnberger und Fürther Vereinen nach der Winterpause ergeht und ob die SpVgg Jahn Forchheim seiner Favoritenrolle gerecht werden kann und das erspielte Polster zum direkten Weg in die Landesliga nutzen kann, erfahren Sie natürlich auf fussballn.de

SC Feucht
Zugänge:

Hampl (SV Wacker), I. Gündogan (England), Akpinar (SC Türk Genc)

Abgänge:
Manciu (FC Hersbruck), Kopale (Ziel unbekannt)

Trainer: Robert Ziegler (seit Saisonbeginn)

Aktuelle Platzierung: Platz 3

Saisonziel: "vorne angreifen"

Meisterschaftsfavoriten: SpVgg Jahn Forchheim, Baiersdorfer SV

 

FSV Stadeln
Zugänge:
M. Oriwoll (TSG 08 Roth)

Abgänge:
keine

Trainer: Thomas Reiser (seit 2000)

Aktuelle Platzierung:
Platz 6

Saisonziel: vorne mitmischen

Meisterschaftsfavorit: SpVgg Jahn Forchheim

 

ASV Vach
Zugänge:
A. Distler (SC 04 Schwabach), Akinci (FC Schnaittach), Reinhardt (FC Kempten)

Abgänge:
Arzberger (Auslandsstudium), Aydogmus (TSV Spalt), Elibol (FC Stein), Nikas (Ziel unbekannt)

Trainer: Alexander Brater und Michael Lauth (neu, Spielertrainer aus dem eigenen Verein)

Aktuelle Platzierung: Platz 11

Saisonziel: Klassenerhalt

Meisterschaftsfavorit: SpVgg Jahn Forchheim

 

SG 83 Nürnberg-Fürth
Zugänge:
Meral (TSV Neustadt/Aisch), A. Depperschmidt (ASV Forth)

Abgänge:
keine

Trainer: Stefan Johannsen (während der Saison aus dem eigenen Verein)

Aktuelle Platzierung: Platz 13

Saisonziel: Klassenerhalt

Meisterschaftsfavorit: SpVgg Jahn Forchheim

Quelle: www.fußballn.de